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Buzzwordbingo – Digitalisierung, Prozesse, Homeoffice

Unter Buzzwordbingo fasse ich kleine Snippets zusammen über Themen die mir in letzter Zeit besonders häufig begegnet sind. Gerade jetzt spricht jeder über die mangelnde Digitalisierung unserer Verwaltungen oder im Mittelstand, ohne Verbesserungsvorschläge. Alle feiern sich für Homeoffice, viele Systemkritische Berufe sind remote aber nicht möglich – Frag mal die Feuerwehr. Eine Flut aus Prozessen, Details und Daten wird oft als Argument genommen erstmal zu reden und später erst Entscheidungen zu treffen.

Digital, aber radikal

Es ist gerade sehr einfach eine Meinung über die mangelnde Digitalisierung in Deutschland zu haben. Die Probleme sind aber meist etwas tiefer als nur der Mangel an Interesse an Technologie. Gerade der Mittelstand kann oft gar nicht auf die Infrastruktur zugreifen die sie brauchen. Eine wichtige Erkenntnis für mich war, Digitalisierung geht nicht von aussen. Man muss verstehen was im Detail passiert, und Wann durch Wen um Abläufe digitalisieren zu können. Wenn Abläufe digitalisiert und automatisiert werden, sind Mentoren, Leader und Coaches gefragt, die Fragen zu beantworten die aufkommen und diese sind nicht digital. “Was ist dann meine Aufgabe?”, “Warum brauchen wir das denn? Funktioniert doch so schon seit Jahren!” oder “Ich verstehe nichts von der Technik.”

Sind Aussagen und Fragen denen begegnet werden muss. Jemand der 30 Jahre eine Akte von A nach B getragen hat, für den funktioniert der Ablauf, denn er ist 100% für sie Kontrollierbar. Wenn jetzt ein Computer dazu kommt und aus dem Weg eine Mail wird. Gibt man Kontrolle ab. Also ein Wink an alle Berater, Coaches, Trainer etc, : wir brauchen Unterstützung und Trainings um alle mitzunehmen und so wenig Leute wie möglich zu verlieren. Feingefühl, zuhören und viel erklären, wirken wunder. – Vielleicht ergeben sich hier neue Geschäftsfelder …

Prozesse

Kein Unternehmen hat keine Prozesse. Auch das was tagtäglich gelebt wird in der Arbeitswelt ist ein Prozess. Was Stimmt ist, dass diese meist nicht standardisiert, dokumentiert, überprüft oder vermittelt werden. Ob Incident-Prozesse oder komplexe Rollout-Prozesse, abstraktion und verringerung der Komplexität für 80% der Fälle hilft die Akzeptanz zu steigern. Wenn der Weg wie Events erfasst werden immer identisch ist, kann es egal sein wie das Event generiert wird – Anruf, persönliche Eskalation, Monitoringsystem etc. Weiss ein Mitarbeiter, dass jedes Event erst einmal erfasst werden muss, hilft ein einfacher Algorithmus dabei die Kritikalität festzustellen.

Ich empfehle immer danach zu entscheiden wie viele Kunden von einem Ausfall betroffen sind. Allein hinter diesem beiden kleinen Schritten darf sich immense Komplexität verbergen. Die Frage ist, wer muss sich damit befassen. Der Techniker, der ggf das Event bearbeitet und mehr Zeit mit der Klassifizierung und den Prozessdetails verbringt als mit der Lösung, sollte es nicht in erster Instanz sein. Ein Guter Prozess unterstützt und belastet nicht und er lässt sich automatisieren, so dass das Event möglichst immer direkt bei dem Bearbeiter landet der es beim ersten Kontakt lösen kann oder der die Verantwortung für eine Lösung übernimmt. Sprecht über eure Prozesse, lasst sie gern challengen und verbessert sie kontinuierlich.

Geht nicht davon aus, dass ein Prozess alles lösen muss, findet viel mehr Prozesse die ein Problem lösen, dafür richtig und bestimmt die Kontaktpunkt und das Übergabeformat.

Homeoffice, überall, alles und jeder

Auch wir haben schon über unsere Erfahrung im Homeoffice berichtet. Auch im Podcast der Geekparents (GP-10) reden wir darüber was wir erleben. Aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet, gibt es aber viele sehr wichtige Berufe, mit einem hohen gesellschaftlichen Stellenwert, die nicht einfach von zuhause aus arbeiten können. Ärzte, Polizisten, THW, Feuerwehr, Pfleger, um nur ein paar zu nennen. Es mangelt leider an Bewusstsein, dass unsere Gesellschaft nicht aus Einzelpersonen oder Branchen besteht. Die Geschäfte schließen. Alle haben angst um die lokalen Geschäfte. Neue Wege werden gefunden, dass auch der letzte kleine Buchladen digital anbieten kann. Am Ende dieser Kette stehen aber die Frauen und Männer die von Haushalt zu Haushalt hetzen um die Pakete zuzustellen. Jobs die kein Homeoffice zulassen. Bei dem ganzen Hype, vielleicht auch einmal an die ein Dank die durchhalten und uns allen helfen!

Vielleicht ist es für einige Arbeitgeber auch Auch interessant, Mitarbeiter öffentlich helfen zu lassen. In vielen Unternehmen arbeiten freiwillige Feuerwehrleute, THW-Mitarbeiter oder auch Sanitäter. Jobs die jetzt vielleicht dringender gebraucht werden als im eigene Unternehmen. Krisenmanager, Coaches und Macher werden gerade gebraucht um denen zu Helfen die Hilfe benötigen.

Nico
Vollblut-Problemlöser, Peoplemanager und System Architect. Kommunikation, Integrität und Gelassenheit sind wichtige Führungsinstrumente und prägen Nico sehr. Durch seine Arbeit als Techniker und über 10 Jahre als Manager, hat er viele Einblicke bekommen, mit denen er gern anderen Hilft komplizierte Situation durchzustehen. Seine Ideen und Gedanken sind nicht immer sofort nachvollziehbar, machen die Zusammenarbeit mit ihm aber immer zu einem Erlebnis.

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